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In einem gewissen Ausmaß ist Streit in einer Beziehung kein Problem und ganz normal. Wenn sie in einem gesunden Rahmen bleibt, erhöht etwas Reibung durchaus die Beziehungstemperatur und trägt zu einer lebendigen Partnerschaft bei. Aber manchmal passiert es, dass die Auseinandersetzungen immer heftiger werden und sich ein Muster aus Kritik und Verteidungen aufbaut. Je weniger die Konflikte gelöst werden können desto verzweifelter kämpfen beide Partner um eine Veränderung. Leider kämpfen sie jedoch meist mit den falschen Mitteln und wiederholen stets dieselben Vorwürfe und Verteidigungen - nur eben mit der Zeit immer etwas hitziger - und so entsteht eine Spirale der Eskalation. Die Form der Auseinandersetzungen wird explosiver, aber die ursprünglichen Anliegen beider Partner werden nicht gelöst. Auf beiden Seiten stauen sich Verletzungen auf, beide werden immer dünnhäutiger, es eskaliert immer leichter und schneller. Ein Teufelskreis nimmt Form an.

Wenn Sie unter ungelösten Konflikten in Ihrer Partnerschaft leiden und Sie die Eskalationsspirale nicht mehr bremsen können, besteht dringender Handlungsbedarf. Denn die Nebenwirkungen der Eskalation sind bedeutsam: Wut und Feindseligkeit schaden der Liebe, Verachtung schadet der Freundschaft und schlechtes Beziehungsklima schadet den Kindern.

Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Das alles muss nicht so bleiben - Sie können Ihre Streitkultur verändern. Es ist nicht ganz leicht, aber es ist möglich. Viele gute Gründe also, sich einmal mit den folgenden Tipps zu befassen:

 1. Entscheiden Sie sich, die Kritik am Partner zu unterlassen. Klingt unmöglich, geht aber. Wenn das für Sie nicht in Frage kommt, tun Sie es zumindest in der akuten Situation und bringen Sie Ihr Anliegen stattdessen in einem ruhigen Moment zur Sprache. Häufige unbedachte Kritik signalisiert dem Partner, dass Sie ihn als Mensch verachten und das wiederum wird seine Liebe zu Ihnen auf Dauer zum Erlöschen bringen. Aber Achtung: Hier geht es nicht darum, alle möglichen Dinge, mit denen man nicht einverstanden ist, herunterzuschlucken und den anderen in allen Punkten gewähren zu lassen. Ganz und gar nicht. Maßvolle respektvolle Kritik vom Partner hilft uns, uns besser zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Hier kommt es auf das Maß und die Form an. Also: Kritik niemals akut und im Affekt anbringen. Stattdessen in einer ruhigen stabilen Minute den Gesprächsfaden aufnehmen. Dann erzählen Sie, was Ihnen Schwierigkeiten macht und welche Veränderung Sie sich vom Partner wünschen. Dann sind Sie im Gespräch statt in der Eskalationsspirale.

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